Es ist ein ganz normaler Samstag auf der Erde. Der ganz normale Wahnsinn: Ein Präsident spielt mit seiner Macht, ein anderer spielt Krieg. Ein Unwetter wütet und irgendwo fließen Tränen.
Ein ganz normaler Samstag, an dem das Betriebssystem der Erde eine Benachrichtigung in den Himmel schickt: „Update erforderlich.“
Gott reibt sich verwundert die Stirn. „Schon wieder?!“ Jesus beugt sich über den Bildschirm. „Soll ich wieder ran?“ Und die Heilige Geistkraft sprudelt los: „Ich mach auch mit!“
Also machen sich die Drei an die Arbeit. Sie sammeln zusammen, was sie brauchen: Lageberichte und Krisenverzeichnisse, Gebetskarteien und Tränensammlungen, Brot und Wein, Mut und Zuversicht, Glaube, Liebe, Hoffnung.
Kreatives Chaos auf dem großen Tisch zwischen Anfang und Ende. Was braucht die Welt? Was könnte, müsste, sollte neu? Was kann mal weg? Was müsste endlich anders laufen? Wer braucht ein Update für Herz oder Kopf?
Nach einer gefühlten Ewigkeit ist das Update fertig. Jesus schnürt schonmal die Römersandalen und die Heilige Geistkraft saust erwartungsvoll herum. Gott steckt die große Diskette in den Erd-Rechner.
„Bitte warten, Update wird installiert.“
Es ruckelt und rumpelt. Befehle rattern durchs System: Mutiger lieben, schärfer glauben, entschlossener Frieden stiften, bereitwilliger helfen. Hoffnung und Zuversicht installieren, Despoten zur Vernunft bringen, Klimakatastrophe aufhalten, Gerechtigkeit herstellen, Einsamkeit deinstallieren, strukturelle Diskriminierung abschaffen…
Gott atmet einmal tief durch: „Holt euch einen Kaffee, das könnte hier länger dauern.“ Der Ladebalken auf dem Bildschirm verkündet: „Update: 8,2 Millionen Herzen neu konfigurieren. Geschätzte Dauer: Eine halbe Ewigkeit. Oder zwei.“ Jesus seufzt: „Ganz schön viel zu tun. Ob das jemals fertig wird?“
„Keine Sorge“ erwidert Gott, „das Update ist auf Liebe programmiert. Das wirkt von innen nach außen – nicht erst, wenn’s fertig ist. Schau mal!“
Und tatsächlich: An einem ganz normalen Samstag auf der Erde verlieben sich zwei (oder drei). Ein neues Leben beginnt. Eine verwirft einen Plan und fängt von vorne an. Ein anderer verrsucht es nochmal. Eine lernt etwas Neues. Eine*r erinnert sich an ein altes Versprechen und beginnt von vorne.
Denn Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ (Offb 21,5)
An einem ganz normalen Samstag, irgendwo zwischen dem, was war, was ist und was kommt. Zwischen Neuanfängen, Abschieden und neuer Hoffnung.
Lisa Koch, Pfarrperson
Kirchengemeindeverband Maria von Magdala in Wolfenbüttel und Sickte