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Andacht vom 18. Februar 2026 - "Sehnsucht"

Heute ist der internationale Feiertag „Iss-Eis-zum-Frühstück.“ Was für eine kuriose Sache zu feiern! Jeder Tag hat so lustige Zuordnungen, wenn man tief im Internet gräbt. Gestern zum Beispiel war der Tag des Pfannkuchens in Großbritannien, der Tag des Weißkohls und gleichzeitig der Tag des Milchkaffees in den Vereinigten Staaten. Statt dieser spannenden Kombination, esse ich doch lieber Eis zum Frühstück.

Oder vielleicht doch nicht? Schließlich beginnt am heutigen Aschermittwoch die christliche Fastenzeit, die sich bis Ostern zieht. Also wohl doch nichts Süßes zum Frühstück. Schließlich ist es eine Zeit des Verzichtens. Ich musste schon ein bisschen über die Ironie lachen, als ich gesehen habe, dass dieser kuriose Feiertag und der Beginn der Fastenzeit auf einen Tag fallen.

Viele Christ*innen entscheiden sich in der Fastenzeit keinen Alkohol oder Kaffee zu trinken oder auf Süßigkeiten oder Fleisch zu verzichten. Ein Verzicht also auf Dinge, die wir eigentlich als Genuss sehen. Gerade deswegen ist es wohl auch so schwierig durchzuhalten und nicht mal „nur eine Ausnahme“ zu machen.

Erinnern soll uns die Fastenzeit an die 40 Tage und Nächte in denen Jesus in der Wüste fastete. Da sind ja 40 Tage keine Schokolade nichts dagegen. Aber Fasten heißt nicht weniger Leben, sondern bewusster leben.

Es gibt neben Nahrungsmittelverzicht auch noch ganz andere Themen, die Christ*innen beschäftigen. So gibt es die Aktion „7 Wochen ohne“ der evangelischen Kirche schon seit geraumer Zeit. Das diesjährige Thema lautet: „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte.“

Es geht dieses Jahr um Emotionen. Um Gemeinschaft und Beisammensein. Wie interagiere ich mit anderen Menschen? Und wie höre ich auf Gott?

Sehnsucht. Das Thema der ersten Woche. Nicht nach Eis zum Frühstück. Sondern nach Gott. In 1. Könige 3, 9 betet der junge König Salomo: „Gib mir ein hörendes Herz, dass ich dich spüre und du mir den richtigen Weg weist.“

Ich finde, das ist genau die richtige Frage für den Beginn dieses Jahres: Was ist der richtige Weg für dich? Was hört dein Herz? Wonach sehnst du dich?

Gebet mitten am Tag:
Gott,
gib uns ein hörendes Herz, dass wir dich in uns spüren und du uns den richtigen Weg weist.

Wir tragen so viel Sehnsucht ins uns, so viele Gefühle und Emotionen. Begleite uns auf diesen sieben Wochen bis Ostern durch die Fastenzeit. Gib denen die fasten Kraft weiterzumachen, auch wenn es sich schwer anfühlt.

Es gibt so viele Momente, wo wir mehr Meer als mehr mehr brauchen – lass sie uns fühle und genießen.

Lass uns Leichtigkeit statt Härte spüren, in dem Wissen, du bist da.

Amen.