Andacht vom 07. Januar 2026 - "Siehe, ich mache alles neu!"
Mitten am Tag halte ich inne. Ich lasse den Trubel des Alltags für einen Moment fallen. Ich atme tief ein, und ich atme tief aus.
Es wird still in mir.
Mitten in der Woche nehme ich mir Zeit, Andacht zu feiern – im Namen Gottes, Schöpfer und Hirtin, im Namen Jesu Christi, der immer für mich da ist, und im Namen der Heiligen Geisteskraft, der Liebe in uns.
Amen.
Ich wünsche Ihnen und euch ein frohes neues Jahr.
Ich hoffe, Sie und ihr seid gut in dieses Jahr gekommen.
„Siehe, ich mache alles neu!“
So lautet die Jahreslosung für das Jahr 2026.
Diese Worte stammen aus der Offenbarung des Johannes. Sie sind Teil einer großen Vision – einer Vision vom Ende des Leids und vom Anfang von etwas radikal Neuem. Einen Abschnitt aus Kapitel 21 möchte ich euch nun vorlesen.
Macht es euch bequem. Wenn ihr mögt, schließt die Augen.
Lasst euch auf den Text aus der Offenbarung Kapitel 21 ein. Stellt euch vor, was ihr hört.
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!
Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Wie stellt ihr euch diese neue Erde vor?
Eine Welt, vollkommen neu geschaffen.
Ein Leben, in dem Gott sichtbar und spürbar bei den Menschen ist.
Wenn ich mir diese neue Welt vorstelle, sehe ich ein Paradies:
klares blaues Wasser, grüne Landschaften soweit das Auge reicht.
Spielende Kinder und Tiere ohne Angst.
Menschen, erfüllt von Freude und Liebe.
Ich sehe Gemeinschaft. Feste. Zeit, die nicht von Sorgen bestimmt ist.
Jeder Mensch hat, was er oder sie braucht.
Keinen Streit. Keine Zerrissenheit. Keinen Krieg.
Stattdessen: Leben im Überfluss – mit Gott an unserer Seite.
Vielleicht klingt das wie ein Traum.
Wie eine Utopie.
Wie etwas, das zu schön ist, um wahr zu sein.
Und doch lädt uns dieser Text ein, genau dort zu verweilen.
Nicht, um der Realität zu entfliehen,
sondern um uns an Gottes Verheißung zu erinnern.
Alles ist neu.
Pflanzen sprießen wie im Frühling.
Bienen fliegen von Blume zu Blume.
Wasser rauscht, kraftvoll und lebendig.
Alles ist warm. Alles ist voller Leben.
Unsere Welt heute ist oft ganz anders.
Nicht neu, sondern müde.
Nicht heil, sondern voller Risse.
Leid, Krieg, Krankheit und Verlust gehören zu unserer Wirklichkeit.
Auch die Bibel verschweigt das nicht.
Doch dieser Text sagt: Das Erste ist vergangen.
Es war real – aber es hat nicht das letzte Wort.
Wenn wir nur im Negativen verweilen, verschließen wir unsere Herzen.
Für das Gute, das es trotzdem gibt.
Und für die Hoffnung, die Gott uns zuspricht.
„Siehe, ich mache alles neu.“
Das ist kein billiger Trost.
Das ist ein Versprechen.
Vielleicht nicht heute.
Vielleicht nicht morgen.
Vielleicht auch nicht in unserer Lebenszeit.
Aber wir dürfen mit diesem Versprechen leben.
Wir dürfen uns daran festhalten, wenn alles schwer erscheint.
Und vielleicht beginnt dieses Neue nicht erst am Ende der Zeit,
sondern schon hier und jetzt –
immer dann, wenn Menschen trösten,
wenn Versöhnung möglich wird,
wenn Hoffnung stärker ist als Angst.
„Siehe, ich mache alles neu.“
Vielleicht ist das auch eine Einladung an uns:
offen zu bleiben für Neuanfänge
und den ersten Schritt zu wagen.
Amen.
Ich habe ein passendes Lied mitgebracht. „Für immer Frühling“ von Soffie, die genau dieses Phänomen.
Wir wollen beten:
Gott,
ein neues Jahr liegt vor uns.
Wir vertrauen darauf, dass wir getragen sind
und dass du mit uns gehst.
Unsere Sehnsucht nach Liebe, Frieden und Hoffnung
ist groß – und doch erleben wir so oft das Gegenteil.
Lass uns nicht warten, bis alles neu ist,
sondern schenke uns den Mut,
schon jetzt in deiner Liebe zu leben.
Stärke uns, Hoffnung weiterzugeben
und Neuanfänge zu wagen.
Danke, dass du uns begleitest –
heute und in diesem neuen Jahr.
Amen.
Wir wollen für die restliche Woche den Segen Gottes empfangen:
Gott segne dich und behüte dich.
Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.
Gott erhebe ihr Angesicht auf dich und schenke dir Frieden
und durch dich Frieden für die Welt.
Amen.