Andacht vom 27. Mai 2026 - "Danke, dass ich wunderbar gemacht bin"
Ich wart seit Wochen auf diesen Tag: 30°C mit strahlender Sonne. Barfuß im Auto, das Radio laut aufgedreht für einen alten Sommerhit. Der Fahrtwind im Haar und das Wissen, dass man für ein paar Tage nichts leisten muss außer Sightseeing und am Strand brutzeln. Grüne Palmen auf der Alhambra und in der Ferne die Schneespitzen vom Sierra Nevada. An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit.
Was für ein Gefühl! Sommer pur und alles was man fühlt ist die Freude und Dankbarkeit, wie wundervoll es um einen herum ist.
Sonne, Berge, Palmen, das Mittelmeer in der Ferne. Alles Dinge, die gar nicht so alltäglich sind im gleichen alten Grau des Alltags.
Und alles woran ich in diesem Moment denken konnte, war der Spruch: „How cool is it that the same God who created mountains, oceans and galaxies looked at you and thought the world needed one of you, too!“ Also auf Deutsch: „Wie cool ist es, dass der gleiche Gott, der Berge, Ozeane und Galaxien geschaffen hat, dich angesehen hat und dachte, dass die Welt auch dich braucht!“
Wo genau der Spruch her ist, konnte ich leider nicht herausfinden, aber er begleitet mich seit Jahren. Ich blicke auf hohe Gebirge und ihre einzigartige Vegetation. Ich schwimme im unendlichen Meer, Wellen um mich herum und die spannendsten Tiere sind im gleichen Wasser wie ich. Nachts schaue ich in den Himmel und sehe Sterne und die Milchstraße und wünsche mir etwas mit einer fallenden Sternschnuppe.
Immer wieder bin ich von Wunder erfüllt – vielleicht natürlich auch, weil wir hier keine so außerordentliche Flora und Fauna haben – und meine Gedanken schweifen zu dem Satz.
„Wie cool ist es, dass der gleiche Gott, der Berge, Ozeane und Galaxien geschaffen hat, dich angesehen hat und dachte, dass die Welt auch dich braucht!“
Und ganz ehrlich: Ich sehe diese Berge, Meere und Galaxien an und bin erstaunt wie wundervoll sie geschaffen sind. Aber das krasse ist, jemand guckt auch so auf mich! Gott denkt über mich, über jeden Menschen, genauso wundervoll.
Ihr kennt sicherlich die Verse aus dem Psalm 139, 9 - 14:
„Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht. Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“
Es ist erstaunlich und schade, wie selten wir im Alltag darüber nachdenken. Zu oft vergessen wir es zwischen Stress und Terminen, so oft beschwert man sich anstatt das Schöne zu genießen. Wie wundervoll es eigentlich ist, dass wir geschaffen wurden, mit Ziel und Vorstellungen, genauso wie wir sind. Das derselbe Gott, der Berge verschieben kann, der Meere tosen lässt und durch den Galaxien am Himmel funkeln, uns liebt. Das Gott nichts Perfektes haben möchte, keine Menschenkinder ohne Fehler, ohne Ecken und Kanten. Nein, Gott hat uns so geschaffen, wie wir sind. Und wie es im Schöpfungsbericht heißt: „Und Gott sah, dass es gut war – dass du gut bist, so wie du bist! Ich habe dich wunderbar gemacht.“
Gebet mitten am Tag:
Gott, wir danken dir, dass du uns wunderbar geschaffen hast. Dass du Gott, die die Berge in den Himmel hob, der die Meere mit Leben füllt und Millionen von Galaxien erschuf, uns angeguckt hast, und uns so gemacht hast wie wir sind. Danke, dass wir bei dir genau so sein dürfen, wie wir sind.
Schenke uns mehr Momente, in denen wir uns daran erinnern, dass wir gut sind, so wie wir sind, auch mit unseren Fehlern und Schwächen. In deinen Augen sind wir großartiger als alle Berge, tiefgründiger als alle Ozeane und strahlen heller als alle Sterne am Himmel.
Lass uns in den Spiegel gucken und die Schönheit erkennen, die auch du in uns siehst.
Amen.
Andacht von Diakonin Tatjana Schiefer